Pressemitteilung

IHK-Konjunkturbericht Rheinland-Pfalz: Konjunktur trotzt zunehmenden Risiken

Trotz zunehmender weltwirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Risiken zeichnet die rheinland-pfälzische Wirtschaft ein deutlich positives Stimmungsbild.  Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) hervor. Die gute Arbeitsmarktlage stärkt die Binnennachfrage und stützt damit auch zum Jahresbeginn 2017 die robuste konjunkturelle Entwicklung. Zukünftig könnten dabei auch die Investitionen eine stärkere Rolle spielen. Der Bericht stützt sich auf die Antworten von mehr als 1.000 Betrieben, die in Bezug auf Branche, Größe und Standort einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft in Rheinland-Pfalz darstellen. 
Der sogenannte IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lagebeurteilung und Erwartungshaltung der Unternehmen zusammenfasst, liegt zum Jahresbeginn 2017 bei 124 Punkten und zeigt damit erneut eine konjunkturelle Boom-Situation an. Der Indikator legt gegenüber dem Herbst 2016 sogar um sechs Punkte zu, wobei sich hier sowohl die leicht bessere Lagebeurteilung als auch die optimistischen Aussichten der rheinland-pfälzischen Wirtschaft für 2017 spiegeln.
Aus Sicht der IHKs erfreulich ist die erneut höhere Investitionsneigung der Unternehmen. Jeweils rund ein Drittel der Befragten will in die Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten und in die Umsetzung von Produktinnovationen investieren. Auch die Beschäftigungsabsichten legen gegenüber der Vorumfrage moderat zu.  „Die Rekordbeschäftigung in Rheinland-Pfalz dürfte über das Jahr 2017 anhalten“, sagt Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.
Während die allgemeine konjunkturelle Situation positiv beurteilt wird, nimmt die Risikowahrnehmung der rheinland-pfälzischen Wirtschaft weiter zu. Die Unternehmen benennen  die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, den Fachkräftemangel, die Arbeitskosten und die Energie- und Rohstoffpreise deutlich häufiger als Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung als noch im Vorjahr. Die  geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten und ihre Rückwirkungen auf die  Entwicklung des Auslandsabsatzes scheinen aktuell noch keine größere Rolle zu spielen.
„Die Bewertung der Risiken im Auslandsgeschäft überrascht nur auf den ersten Blick. Tatsächlich ist die rheinland-pfälzische Wirtschaft international so breit aufgestellt und mittlerweile auch so krisenerfahren, dass länderspezifische Risiken sehr differenziert betrachtet werden“, so Rössel. Allerdings seien anhaltende Unsicherheiten spätestens mittelfristig Gift für Investitionen und Innovationen. Das zeige sich beispielsweise an den Erwartungen der rheinland-pfälzischen Wirtschaft bezüglich der Entwicklung ihrer Geschäftsbeziehungen zu den USA. Während die Exporterwartungen für die kommenden zwölf Monate insgesamt deutlich positiv ausfallen, weisen die Erwartungen an den mittelfristigen Export in die USA dagegen aktuell ein negatives Vorzeichen auf.
„Von Seiten der Politik muss die aktuelle konjunkturelle Situation genutzt werden, um langfristig sinnvolle Investitionen zu tätigen und die Situation der öffentlichen Haushalte zu verbessern. Nur so entstehen Spielräume, um in schwierigen Zeiten konjunkturelle Impulse setzen zu können“, so Rössel.
Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie rechts im Download-Bereich.